Teehaus "Myoshinan"  Freiburg

japanische Teezeremonie CHANOYU & chinesische Art GONG FU CHA in der Villa Waldhof

Teeweg - Chado


Des Teewegs Urgrund:
Wasser sieden, Tee schlagen
und ihn mit aufrichtigem Herzen trinken.
Mehr nicht!          
Sen no Rikyû

Chanoyu ist wie der Ton des Windes in der Kiefer, gemalt mit Tusche und Pinsel auf einer Hängerolle. Chanoyu 茶の湯, im Westen meistens als die japanische Teezeremonie bezeichnet, ist eine traditionelle japanische Kunstform, die sich auf die Zubereitung und den Genuss von Matcha (fein gemahlenem grünen Tee) konzentriert. Wörtlich bedeutet Cha-no-Yu 茶の湯 ‚Heißes Wasser für Tee‘. Das ist eine für den japanischen Zen sehr typische Untertreibung, denn es ist viel mehr als nur als das Erhitzen von Wasser und die Zubereitung und den Konsum von Tee. 

Es ist eine spirituelle, ästhetische und philosophische Lebenspraxis, die tiefe Einblicke in die japanische Kultur und Lebensweise bietet. Diese Zeremonie betont Prinzipien wie Harmonie, Respekt, Reinheit und Gelassenheit. Chanoyu kann eine formelle oder informelle Veranstaltung sein, bei der der Gastgeber den Gästen Tee serviert. Die Vorberei- tung des Tees wird mit großer Achtsamkeit in ritualisierter Form durchgeführt, wobei jeder Schritt der Zubereitung eine bestimmte Bedeutung hat.

Die Teezeremonie umfasst auch das Studium von Kunstwerken, Keramik, Raumgestaltung und Blumenarrangements, die alle darauf abzielen, eine Atmosphäre der Ruhe und Ästhetik zu schaffen. Die Teilnehmer können sich auf die Schönheit des Moments, den Geschmack des Tees und die Interaktion mit anderen konzentrieren, während sie sich in einer entspannten Umgebung befinden.

Chanoyu hat eine lange Geschichte und ist eng mit dem Buddhismus, der Philosophie des Zen sowie anderen Aspekten der traditionellen japanischen Kultur verbunden. Es dient nicht nur als Gelegenheit, Tee zu trinken, sondern auch als eine Möglichkeit, Achtsamkeit zu praktizieren und die Verbundenheit mit anderen und mit der Natur zu würdigen und zu einem tiefen inneren Frieden zu finden.

aus: Gerhard Staufenbiel "Die Welt in einer Schale Tee", Verlag tredition 2024


Bedeutung der vier Prinzipien:

Harmonie (Wa):

Die Harmonie bezieht sich auf das Zusammenspiel zwischen Gastgeber und Gast, zwischen den Teilnehmern, den Gegenständen und der Jahreszeit.

Respekt (Kei):

Respekt wird sowohl den Menschen als auch den Teeutensilien entgegengebracht, was sich in der sorgfältigen Handhabung und Wertschätzung der Gegenstände zeigt.

Reinheit (Sei):

Reinheit bezieht sich nicht nur auf die Sauberkeit des Raumes und der Utensilien, sondern auch auf die Reinigung des Geistes von äußeren Belastungen.

Ruhe (Jaku):

Ruhe ist das Ziel der Teezeremonie, sowohl die äußere als auch die innere, die durch die Achtsamkeit und Konzentration auf den gegenwärtigen Moment erreicht wird.